Ausgegrenzt, entwürdigt, vernichtet

„Euthanasie“ und Zwangssterilisation in Leipzig

Neue Dauerausstellung im Neubau Campus Jahnallee

Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen, aber auch sozial Unangepasste gehörten neben den politisch Verfolgten zu den ersten Opfern der nationalsozialistischen deutschen Exklusionspolitik. Etwa 400.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 zwangssterilisiert, mehr als 250.000 wurden ermordet. Die Ausstellung „Ausgegrenzt, entwürdigt, vernichtet“beschäftigt sich mit den weltanschaulichen und institutionellen Voraussetzungen der Morde an kranken und behinderten Menschen während des Nationalsozialismus. In den Blick genommen werden Formen der Ausgrenzung, der Zwangssterilisation ab 1934 und derNS-„Euthanasie“ selbst. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den verschiedenen Leipziger Institutionen und ihren Akteuren, die an den „Euthanasie“-Verbrechen beteiligt waren. Exemplarisch werden LeipzigerOpfer vorgestellt und ihre Geschichten erzählt. Demgegenüber stehen die Biografien einzelner Täter aus Sachsen, die teilweise auch nach 1945 ihre Karriere fortsetzen konnten. 


Die Dauerausstellung wurde im Auftrag des Prorektors für Bildung und Internationales (Prof. Dr. Thomas Hofsäss) und von der Professur der Didaktik der Geschichte am Historischen Seminar (Prof. Dr. Alfons Kenkmann und Elisabeth Luther, M. A.) konzipiert und umgesetzt.

Weitere Informationen: euthanasie-ausstellung.net

 

Veranstaltungen zur Eröffnung der Ausstellung:

Dienstag 6.November 2018, 20.00 Uhr, Haus 5 Raum 132

Vortragsveranstaltung 

„Erinnerung an die Euthanasie – Ergebnisse und Herausforderungen“

mit 

Dr. Boris Böhm 

Leiter der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein 

und 

Thomas Seyde 

Psychiatriekoordinator der Stadt Leipzig

Herr Böhm und Herr Seyde berichten von den Schwierigkeiten und den Erfolgen der Aufarbeitung der Euthanasie in Leipzig und in Sachsen. Gleichzeitig soll es um die Herausforderungen des Gedenkens in einer Zeit ohne Zeitzeugen gehen.

Mittwoch 7.November 2018, 14.00 Uhr 

 

„Gedenkrundgang zu Orten der Kinder-Euthanasie 

in Leipzig“ 

Der „Rundgang“ ist als Exkursion gedacht und führt zu den Gedenk- und Tatorten der Kindereuthanasie in Leipzig. Voraussetzung dafür sind ein Fahrrad und Kondition, da die Orte sehr weit auseinander- liegen.

Dauer: ca. 2 Stunden

Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Donnerstag 8.November 2018, 18.00 Uhr, Haus 5 Raum 132

Filmvorführung „Nebel im August“

Der Film Nebel im August soll die Grundlage einer gemeinsamen Diskussion zur Frage der Aufarbeitung und der Darstellung der Grauen des Nationalsozialismus sein.


Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 27. September 2018 21:12