Forschungsprojekt

Bildungssprache als Herausforderung für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Sprache und Kommunikation

Projektleitung:
Jun.-Prof. Dr. Markus Spreer

Beschreibung:

Die sprachlichen Anforderungen, denen Kinder in Kindertagesstätten und Schulen gegenüberstehen, nehmen im Verlauf ihrer Entwicklung zu. Neben eher kontextgebundenen Fähigkeiten in der Alltagskommunikation eines Kindes (BICS - basic interpersonal communicative skills, Cummins 1991) ist es spätestens im schulischen Kontext höheren (schrift-)sprachlichen Anforderungen (CALP – cognitive academic language profiency, Cummins 1991) ausgesetzt, die aus den Besonderheiten der Unterrichts- und Fachsprache, der alltäglichen Wissenschaftssprache (Ehlich, 1999), resultieren und die sich bspw. auch in sprachlichen Handlungen (z.B. dem Argumentieren) ausdrücken. Diese Bildungssprache (academic language) wird anhand diskursiver, syntaktischer, textueller sowie lexikalisch-semantischer Merkmale beschrieben (vgl. Gogolin & Lange 2010). Kinder mit sprachlichem Förderbedarf, beispielsweise in Form von Sprachverständnisstörungen, sind dadurch in der Bandbreite der Unterrichtsfächer Sprachbarrieren ausgesetzt, die es zu überwinden gilt. Ritterfeld (2012) spricht dabei von einem Dilemma: Auf der einen Seite ist vereinfachter, kontextualisierter Input für das Kind notwendig, um das Erreichen des Lernziels sicherzustellen. Auf der anderen Seite ist gerade dies hinderlich, um zukünftig den schulischen, also den bildungssprachlichen Anforderungen zu genügen. Im Rahmen des Projekts werden die bildungssprachlichen Fähigkeiten von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Sprache und Kommunikation vor dem Hintergrund curricularer Anforderungen untersucht. Weiterhin wird die Perspektive der Lehrkräfte in Form der Einschätzung von Sprachmaterial bezüglich des Anforderungsniveaus und möglicher Adaptionen erfasst.

Finanzierung:

TG 51

Projektzeitraum:

01.10.2012 bis 31.08.2018


Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 31. März 2016 14:16