Forschungsprojekt

Professionalität und Professionalisierung von Lehrkräften im Umgang mit Vielfalt: Delphi-Studie zum individuell fördernden Umgang mit Vielfalt im gymnasialen Bildungsgang und Ableitung von Rückschlüssen für die erste Phase der Lehrer_innenbildung

Projektleitung:
Christian Herbig

Mitarbeiter/innen:
Maria Hendel
Jolantha Schenke

Beschreibung:

Die Verbindung von inklusiver Bildung und begabungsorientierter Bildung stellt aus schul- und unterrichtspraktischer sowie wissenschaftlicher Sicht einen bisher wenig beachteten Ansatz dar, um einen bildungsgerechten Umgang mit Vielfalt und eine optimale Passung durch individuelle Förderung zu ermöglichen. Entsprechende Konzepte der individuellen Förderung kommen im Sekundarbereich – und hier insbesondere im gymnasialen Bildungsgang – nur in unzureichendem Maße zur Anwendung. Aus veränderten pädagogischen Anforderungen und Rahmenbedingungen (u.a. steigende gymnasiale Übertrittsquoten, Ermöglichung von Partizipation bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Leistungsorientierung und Begabungsförderung) ergeben sich Desiderata an empirischen Befunden, die eine evidenzbasierte Professionalisierung von zukünftigen Lehrkräften ermöglichen.


Forschungsdesign

Die Analyse gelingenden Handelns stellt eine wesentliche Ressource für die (Weiter-) Entwicklung und Multiplikation adäquater Professionalität und Professionalisierung dar. Daraus ergibt sich der Ansatz, pädagogische Anforderungen des Unterrichts zu reflektieren, um ein fundiertes Profil des professionellen Lehrerhandelns zu entwickeln (vgl. Baumert & Kunter, 2006; Moser, 2013). Dieser Ansatz begründet im Kontext der Gemeinsamkeits- hypothese zwischen dem professionellen Lehrerhandeln in inklusiven bzw. begabungs- fördernden Lehr-Lern-Settings (Suchraum I und II) die Auswahl der Methode.

In Anlehnung an die Typologisierung nach Häder (2014, S. 24ff.) wird eine Delphi-Studie des Typs 3 durchgeführt, mit dem Ziel der „Ermittlung und Qualifikation der Ansichten von Experten“ (Häder, 2014, S. 33f.). Der Expert/innenauswahl liegt ein konstruktivistischer Experten/innenbegriff zugrunde, der in einer methodisch-relationalen und sozial-repräsentationalen Zuschreibung des Expertenstatus begründet ist (vgl. Bogner & Menz, 2002, S. 40). Demzufolge erfolgt die Auswahl der Expert/innen zum einen aufgrund des spezifischen Forschungsinteresses (u.a. zwei Suchräume, gymnasiale Spezifik, etc.). Zum anderen dient die Befragung von „ExpertInnen als RepräsentantInnen einer Organisation oder Institution […]“ (Meuser & Nagel, 1991, S. 444) zur Erhebung von Prozesswissen (repräsentieren Problemlösungen, Entscheidungsstrukturen). Die Expert/innenbefragung erfolgt bundesweit.

Finanzierung:

TG 51

Projektzeitraum:

01.07.2015 bis 30.06.2018


Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 27. Juli 2017 16:21