Forschungsprojekt

Zurückstellungsgründe aus der Sicht von Eltern

Projektleitung:
Prof. Dr. Katrin Liebers

Beschreibung:

Seit den Empfehlungen der KMK zur Neugestaltung des Schulanfangs von 1997 stehen die Rückstellungsquoten in Deutschland in der öffentlichen Diskussion. Mithilfe vielfältiger Maßnahmen wurde versucht, das im internationalen Vergleich hohe Durchschnittsalter bei Schulanfängerinnen und Schulanfängern zu senken. Dabei stieg der Anteil fristgerechter Einschulungen infolge der Vorverlegung des Beginns der Schulpflicht auf 90 %, zugleich erfolgte aber auch eine Zunahme verspäteter Einschulungen“ u.a. in Brandenburg, die Zurückstellungsquote lag in den Jahren 2005 bis 2010 jährlich über zehn Prozent. Aus den in Brandenburg vorliegenden Daten kann geschlussfolgert werden, dass es bei der Entscheidung zur Zurückstellung bezogen auf Regionen, Schulen und Akteursgruppen unterschiedliche Handlungspraxen und Einstellungen darüber zu geben scheint, wie mit Einschulungen und Zurückstellungen von Kindern umzugehen sei. Weil Vorstellungen über Schulfähigkeit ein soziales Konstrukt darstellen, werden diese von biografischen, regionalen und gesellschaftlichen Normen und Wertvorstellungen der beteiligten Akteure, also Eltern, Kitas, Schulen, Schulärzten und Kommunen, geprägt (vgl. Kammermeyer 2000). Generell ergibt sich daraus als Fragestellung, welche Einstellungen, Motive und Gründe Eltern, Kita- und Schulleitungen sowie Schulärzte/-ärztinnen in Brandenburg haben, sich für die Zurückstellung eines Kindes zu entscheiden und wie extrem hohe Zurückstellungsquoten in einzelnen Regionen/Schulen entstehen. In der Studie liegt der Fokus auf den Einschätzungen von Eltern, die sich für eine Zurückstellung ihres Kindes entschieden haben. Hier galt es zu ergründen, welche Motive und Gründe die Eltern leiteten, welche Rolle welche Berater dabei spielten und inwieweit ein Einfluss von der zukünftig aufnehmenden Schule auf die Entscheidungen ausging. Dazu erfolgte eine schriftliche Befragung zurückstellungswilliger Eltern. 87 Grundschulen im Land Brandenburg wurden im Frühjahr 2010 mit der Bitte angeschrieben, den Fragebogen an Eltern zu übergeben, die eine Zurückstellung für ihr Kind anstreben. 52 Schulen beteiligten sich und gaben die Fragebögen weiter. Von 235 Eltern wurden die Fragebögen zurückgesendet und konnten ausgewertet werden.

Evaluationsbericht:
Liebers, K. (2011): Zurückstellungsgründe aus der Sicht von Eltern – Ergebnisse einer Elternbefragung zum Schulanfang 2010. LISUM (Hrsg.), Ludwigsfelde.

Finanzierung:

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Projektzeitraum:

01.01.2010 bis 28.02.2011


Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 12. September 2013 15:56