Forschungsprojekt

LeiSA – Leichte Sprache im Arbeitsleben Evaluationsstudie zur Wirksamkeit der Leichten Sprache im Hinblick auf eine Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten am Arbeitsleben

Projektleitung:
Prof. Dr. Saskia Schuppener

Mitarbeiter/innen:
Dr. Anne Goldbach (assoziierte Mitarbeiterin)
Prof. Dr. Ulla Fix
Dr. Marion Michel
Dr. Bettina Bock
Daniel Bergelt
Daisy Lange
Anja Seidel

Beschreibung:

Im November 2014 startete an der Universität Leipzig ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Evaluation der Leichten Sprache und zur Analyse der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Sonderpädagogik, der Soziologie und der Linguistik sowie Menschen mit Lernschwierigkeiten und VertreterInnen des Netzwerkes Leichte Sprache. Über drei Jahre hinweg soll in diesem partizipativen Forschungsprojekt gemeinsam mit Menschen mit Lernschwierigkeiten erforscht werden, wie Leichte Sprache dazu beitragen kann, die beruflichen Teilhabechancen zu verbessern und inwiefern die bisherigen Prinzipien und sprachlichen Regeln Leichter Sprache noch effektiver gestaltet werden können.


Ziel und Fragestellung

Das grundlegende Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Subjektperspektive von Menschen mit Lernschwierigkeiten in Bezug auf ihre berufliche Teilhabesituation und die Bedeutung Leichter Sprache im Arbeitsleben in den Mittelpunkt zu rücken. Für nachhaltige und aussagekräftige Ergebnisse ist es dringend erforderlich, Menschen mit Lernschwierigkeiten als ExpertInnen in den Forschungsprozess mit einzubeziehen. Der gesamte Forschungsprozess wird daher von einer Fokusgruppe, bestehend aus ForscherInnen mit und ohne Behinderungserfahrungen, begleitet und kontrolliert. Neben der Fokusgruppe arbeiten sowohl ArbeitnehmerInnen mit Lernschwierigkeiten aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM), ArbeitnehmerInnen auf Außenarbeitsplätzen sowie ArbeitnehmerInnen in beruflicher Integration auf dem 1. Arbeitsmarkt im Forschungsprojekt mit. Die individuellen Kompetenzen der UntersuchungsteilnehmerInnen werden ebenso ermittelt, wie deren subjektive Zufriedenheit im Arbeitsalltag, mögliche Kommunikationsbarrieren und das Sozialklima am Arbeitsplatz. Es soll ein Qualifizierungsprogramm für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen entstehen, welches aufzeigt, wo und wie Leichte Sprache am Arbeitsplatz eingesetzt werden kann, um kommunikative Barrieren zu verringern.


Um die Wirksamkeit des Konzepts Leichte Sprache zu sichern, ist es parallel nötig, das bisherige Konzept linguistisch zu überprüfen und theoretisch zu fundieren. Eine Grammatik der Leichten Sprache, d.h. die systematische Beschreibung ihrer Formen und Strukturen im Sinne einer eigenständigen Varietät, ist bisher noch nicht vorgenommen worden. Eine derartige theoretische Fundierung soll die gesellschaftliche Akzeptanz erhöhen und zur weiteren Etablierung dieser Sprachform beitragen. Die linguistische Untersuchung im Rahmen des LeiSA-Projektes klärt empirisch, wie Texte gestaltet sein müssen, um für die heterogenen Zielgruppen, an die sich Leichte Sprache richtet, angemessen aufbereitet zu sein. Dazu werden Verständlichkeitsüberprüfungen durchgeführt, die sowohl sprachlich-inhaltliche Aspekte (Welche Wörter und Satzkonstruktionen sind ?schwierig?? Was macht Texte anschaulich? Welche Arten von Inferenzen stellen Hürden dar? Wie explizit muss formuliert werden? etc.) als auch typografische und Bild-Aspekte (Welches Verhältnis zwischen Text und Bild unterstützt das Verstehen am besten? Können Hervorhebungen die Orientierung im Text und die Herstellung von Kohärenz unterstützen? etc.) berücksichtigen. Ausgangspunkt der Überprüfungen bilden die vom "Netzwerk Leichte Sprache" aufgestellten Regeln. Untersucht werden sollen insbesondere die speziellen Anforderungen beruflicher Textsorten, mit denen Menschen mit Lernschwierigkeiten in verschiedenen Arbeitskontexten konfrontiert sind. Außerdem ist zu überprüfen, ob es möglich ist, auf Basis der empirischen Untersuchungsergebnisse Schwierigkeitsstufen Leichter Sprache zu entwickeln.

Ausführlichere Informationen finden sie unter:
http://research.uni-leipzig.de/leisa/de/

Finanzierung:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Projektzeitraum:

01.11.2014 bis 31.10.2017


Zuletzt aktualisiert: Montag, 06. Juli 2015 11:23