Forschungsprojekt

ICM in der Lehramtsausbildung. Entwicklung und Umsetzung eines Pilot-Seminars nach dem Inverted Classroom Model (ICM)

Projektleitung:
Manuela Engel

Beschreibung:

Mitarbeiterin:
Kamilla Skudelny (E-Learning Service der Universität Leipzig)

Studentische Hilfskräfte:
Tjorven Bienfait
Amelie Holte

Wenn Seminare an der Universität den Forderungen an die Hochschullehre nach Kompetenzorientierung, Berücksichtigung der Heterogenität der Studierendenschaft und einem verstetigten Einsatz digitaler Medien entsprechen sollen (vgl. Arnold/Erkel 2014:6; Hanft et al. 2015:8; Johnsen et al. 2015:1), braucht es veränderte Lehr-Lern-Formate. Das Inverted Classroom Model (ICM) oder auch Flipped Classroom Model (FCM)  präsentiert sich als eine mögliche Alternative, nicht nur für Vorlesungen, sondern auch zum traditionellen Seminar. Der Einsatz in der Lehramtsausbildung von FörderpädagogInnen begründet sich mit einem doppelten Nutzen, da sich das Lehr-Lern-Format als Flipped Classroom Model für den Unterricht in der Schule etabliert hat und Potenzial insbesondere für inklusive Settings zu haben scheint.

Im Rahmen des Projekts wird ein Seminar nach dem Inverted Classroom Model (ICM) als Pilot umgesetzt. Das Seminar ist Teil eines Pflichtmoduls in der 1. Phase der LehrerInnenbildung am Institut für Förderpädagogik im Arbeitsbereich für Pädagogik im Förderschwerpunkt Lernen an der Universität Leipzig. Es werden 10 von 13 Lehrveranstaltungen nach dem ICM durchgeführt. Die klassischen Präsenzveranstaltungen werden dabei jeweils um obligatorische e-Learning-Phasen zum Selbststudium erweitert, sodass in der Präsenzveranstaltung mit den vorher erarbeiteten Inhalten vertiefend weitergearbeitet werden kann. Durch die direkte Anknüpfung der Präsenzphase an die e-learning-Phase (vgl. van Teek et al. 2013:70), ist das erarbeitete Wissen die Voraussetzung und Grundlage für die gemeinsame Weiterarbeit. In der Präsenzveranstaltung liegt der Schwerpunkt auf der Erreichung höherer Kompetenzziele wie Anwenden, Analysieren, Bewerten (vgl. Bloom 1972; Krathwohl 2002). Grundlegend für beide Phasen sind Anregungen zum selbstgesteuerten, kooperativen und reflexiven Lernen (vgl. Schaper 2012:56). Dafür werden digitale Medien und damit verbundene Lehr-Lern-Methoden in beiden Phasen eingesetzt. Das Prinzip ist zwar für Seminare nicht grundsätzlich neu, aber in Kombination mit vorgelagerten E-Learning-Angeboten und dem Einsatz von Multimedia-Technologien wird es insbesondere für den Einsatz in Vorlesungen aktuell als vielversprechend diskutiert und als ein innovatives Lehr-Lern-Arrangement hervorgehoben (vgl. u.a. Lage et al. 2000; Handke/Schäfer 2012; van Treeck et al. 2013; Crews/Butterfield 2014; Haag et al. 2014; Lehmann et al. 2015; Johnson et al. 2015). Im Horizon Report 2015 wird dem Lernarrangement eine bedeutsame Rolle für die Hochschullehre in den kommenden Jahren zugeschrieben (vgl. Johnson et al. 2015, S. 1).
Das Projekt wird seit August 2015 vorbereitet; seit dem Wintersemester 2015/16 wurden in 3 Semestern einzelne ICM-Lehrveranstaltungen erprobt, evaluiert und weiterentwickelt. Im Sommersemester 2017 wird das entwickelte ICM-Seminar mit Studierenden des 4. und 6. Fachsemesters durchgeführt. Das Ziel ist, das Seminar-Konzept zu implementieren, zu evaluieren und Handlungsimplikationen für die Praxis abzuleiten.


Link zur Projektseite der LaborUniversität
http://www.stil.uni-leipzig.de/icm-in-der-lehramtsausbildung-entwicklung-und-umsetzung-eines-pilot-seminars-nach-dem-inverted-classroom-model-icm/

Finanzierung:

LaborUniversität / StiL (BMBF)

Projektzeitraum:

10.01.2016 bis 30.09.2017


Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 30. Mai 2017 08:47