Forschungsprojekt

Partizipative Lehre im Kontext inklusionssensibler Hochschule – Entwicklung inklusiver Hochschuldidaktik durch Menschen mit Lernschwierigkeiten als Bildungsfachkräfte

Projektleitung:
Prof. Dr. Saskia Schuppener

Mitarbeiter/innen:
Dr. Anne Goldbach
Daniel Bergelt
Pia Algermissen
Mandy Hauser

Beschreibung:

Diversität und Partizipation werden im Kontext inklusiver Bildung bislang primär auf der Ebene von Lernenden (Heterogenität der Schüler*innenschaft, der Studierenden) betrachtet, weniger auf der Ebene der Lehrenden. Das geplante Forschungsprojekt widmet sich diesem Desiderat und möchte ein sich aktuell (international) entwickelndes Praxisfeld beforschen: den Einsatz von Menschen mit Lernschwierigkeiten (d.h. Menschen mit zugeschriebener geistiger Behinderung ) als Bildungsfachkräfte in sozial- und erziehungswissenschaftlichen Studien-gängen. Personen, die traditionell zur Zielgruppe gehören, „über“ die gelernt, vermittelt und geforscht wird, übernehmen hier den aktiven Part der Lehrenden. Durch Aufnahme des Selbstvertretungsanspruches „Nicht über uns ohne uns“ kann eine Perspektive in die Hochschuldidaktik eingebracht werden, die bisher keine Berücksichtigung fand. Die empirischen Analysen im Projekt richten den Fokus somit auf die Konzeptualisierung bzw. Identifizierung der für inklusive Bildung erforderlichen Qualifikationen in pädagogischen Professionen unter konsequenter Berücksichtigung einer partizipativen Perspektive und der diese unterstützenden Rahmenbedingungen. Im Projekt soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern durch partizipative Lehre als Teil einer inklusiven Hochschuldidaktik mit qualifizierten Bildungsfachkräften mit Lernschwierigkeiten die inklusive Qualität der Hochschulbildung erhöht werden kann. Dabei wird zum einen im Rahmen der strukturellen Verankerung untersucht, an welchen Stellen in den Curricula ausgewählter Hochschulbildungsbereiche (Kindheitspädagogik/Pädagogik der frühen Kindheit, Schulpädagogik und Soziale Arbeit) ein Einsatz von Bildungsfachkräften mit Lernschwierigkeiten notwendig und sinnvoll ist (Dokumentenanalyse von Studienordnungen – gemeinsam mit einer Fokusgruppe). Zum anderen geht es um die Analyse der didaktisch-methodischen Aufbereitung von Lehrveranstaltungen (Beobachtung durch Videographie und interpretative Analyse von Videosequenzen mit der dokumentarischen Methode) sowie das didaktische Erleben der Lehr- und Lerninhalte seitens der Studierenden und der Bildungsfachkräfte in den differenten Hochschulbereichen (Partizipative Analyse in Form von Gruppendiskussionen). Das geplante Forschungsprojekt arbeitet interdisziplinär in einem Verbund der Universität Leipzig und der Technischen Hochschule Köln in Kooperation mit dem Institut für Inklusive Bildung der Stiftung Drachensee, einer an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel angegliederten wissenschaftlichen Einrichtung. Die Forschungsergebnisse sollen nicht nur in den üblichen fachwissenschaftlichen Diskursformen verbreitet werden, sondern auch einen breiteren Praxistransfer für die Ausbildung und Qualifikation in pädagogischen Berufen ermöglichen. Deshalb werden im Projekt als Praxistransfer Gestaltungsempfehlungen für eine inklusionssensible Curriculumsentwicklung und die Produktion von zwei Lehrfilmen zur inklusionssensiblen Hochschuldidaktik am Beispiel partizipativer Lehre angestrebt.

Finanzierung:

BMBF

Projektzeitraum:

01.04.2018 bis 31.03.2021


Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 11. April 2018 15:33