Forschungsprojekt

Schriftspracherwerb auf schriftstruktureller Grundlage

Projektleitung:
Prof. Dr. Susanne Riegler

Beschreibung:

In der neueren Schriftspracherwerbsdidaktik spielen graphematisch fundierte Ansätze, die Schriftspracherwerb grundsätzlich als Systemerwerb modellieren, eine bedeutende Rolle. Anders als im herkömmlichen „einzelbuchstabenorientierten Unterricht“ bilden in diesen Konzepten nicht Laute bzw. Buchstaben, sondern Silben die zentrale Ausgangseinheit des Schriftspracherwerbs: Ausgehend von spezifischen Strukturmodellen, die die typischen trochäischen Wortstrukturen des Deutschen für die Lernenden sichtbar machen, steht von Beginn an ein entdeckend-erforschender Umgang mit dem Lerngegenstand Schrift im Zentrum des Anfangsunterrichts – andere, stärker gebrauchsorientierte Formen des Umgangs mit Schriftsprache (das sog. freie Schreiben) bleiben anfangs außen vor. An diesem Punkt setzt das vorliegende Forschungsprojekt an: Ziel ist es, einen Ansatz für den schriftsprachlichen Anfangsunterricht vorzulegen, der die fachlichen Impulse der neueren silbenbasierten Konzepte aufgreift, diese aber sinnvoll mit den Lernmöglichkeiten eines frühen interessegeleiteten Schriftsprachgebrauchs verbindet. Zu diesem Zweck wurde eine am Bau der Silbe orientierte Lauttabelle entwickelt, die die grundlegenden Graphem-Phonem-Korrespondenzen entsprechend der Sonoritätshierarchie in Form eines „Silbenbogens“ abbildet und somit ein silbenbasiertes Vorgehen auch beim freien Schreiben ermöglicht. Die weitere Ausarbeitung der Konzeption wird sich im Kern mit der Frage befassen, wie das Schreiben mit dem „Silbenbogen“ (vgl. dazu Riegler 2012) von Anfang an stimmig mit der systematischen Arbeit an den Strukturen unserer Schriftsprache verbunden werden kann.

Finanzierung:

eigene Mittel

Projektzeitraum:

01.01.2011 bis 31.12.2013


Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 10. Januar 2013 18:23