Forschungsprojekt

Förderung des sprachlich-ästhetischen Gesprächs im Regelunterricht im Fach Deutsch in der Primarstufe (LemaS-GRiP)

Projektleitung:
Jun.-Prof. Dr. Johannes Mayer

Mitarbeiter/innen:
Caterina Mempel, M.A.

Beschreibung:

Das Forschungsprojekt ist eingebunden in die gemeinsame Initiative von Bund und Ländern zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler. Als Teilprojekt des Forschungsverbunds Leistung macht Schule (LemaS) befasst es sich mit dem bislang fachwissenschaftlich wie fachdidaktisch eher vernachlässigten Bereich der sprachlichen und literarischen Förderung von (potenziell) Leistungsfähigen. Im Zentrum steht die Entwicklung, Implementierung und Evaluation adaptiver Lernformate, die literarisches Lernen unter den heterogenen Bedingungen von Grundschulklassen fördern. Als Teil des Verbundprojekts „Adaptive Formate sprachlich-literarischer Förderung“ besteht eine enge Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Carmen Spiegel und PD Dr. Beate Laudenberg von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.

Eine besondere Herausforderung für einen Unterricht in heterogenen Lerngruppen besteht in der Ergänzung segregierender Förderkonzepte durch die binnendifferenzierende Förderung (potenziell) Leistungsstarker im gemeinsamen Unterricht einer Schulklasse. Die Förderangebote zielen daher nicht auf eine Egalisierungs- oder Elitestrategie, sondern auf eine Strategie, bei der alle Lernenden nach ihren individuellen Dispositionen und Potenzialen gefordert und gefördert werden. Mit der engen Verknüpfung von individuellen und kollektiven Lernprozessen wird gleichzeitig ein produktiver Umgang mit Diversität und Heterogenität angebahnt und damit ein Hauptanliegen einer zeitgemäßen Lehrerprofessionalisierung mit der Zielperspektive eines qualitativ hochwertigen inklusiven Unterrichts unterstützt. Um den begabungsfördernden Unterricht in heterogenen Lerngruppen schüler-, gruppen- und gegenstandsorientiert gestalten zu können, bedarf es adaptiver didaktischer Modellierungen und einer reflexiven Lehrerprofessionalität in der Planung, Durchführung und Vertiefung der Lernprozesse. 

Ein spezielles Augenmerk des Leipziger Teilprojekts liegt in der Förderung von Prozessen literarischen Lernens in literarischen Gesprächen unter Berücksichtigung heterogener Lernsettings. Dies umfasst Konzepte und Strategien für die Förderung potenziell Leistungsfähiger und Leistungsstarker mit und ohne Deutsch als Zweitsprache. Die beteiligten Lehrpersonen werden insbesondere für die diversitätssensible Durchführung von literarischen Gesprächen professionalisiert und sind in die Weiterentwicklung ihres Unterrichts aktiv eingebunden. Für die Umsetzung werden Lehrpersonen des Faches Deutsch bei der Vorbereitung, Wahrnehmung und Gestaltung situativer Lernbegleitungsformate von mündlichen Prozessen der ästhetischen Sprachproduktion und -reflexion unterstützt. Weiterhin werden Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Lernprozessbegleitung herausgearbeitet und mit den Lehrpersonen reflektiert. Als Teil der Zusammenarbeit wird den beteiligten Lehrpersonen ein Fortbildungsmodul angeboten, das auf ihren Vorerfahrungen und Vorkenntnissen aufbaut, ihnen die Kompetenzen für eine lernprozessbegleitende Diagnostik vermittelt und das gemeinsam Aufgaben einer didaktischen Modellierung literarästhetischen Lernens erarbeitet, reflektiert und entwickelt. Die Durchführung wird wissenschaftlich begleitet und anschließend wiederum gemeinsam ausgewertet.

Der hierfür in den Blick genommene gesprächsförmige Literaturunterricht stellt nicht nur eine in der Schule geläufige Praxis dar, er entspricht auch in besonderer Weise dem ästhetischen Gegenstand. Der Einsatz literarischer Gespräche im schulischen Unterricht bringt die Deutungsvielfalt literarischer Texte ins Spiel und greift dabei konstruktive Bedingungen der Lese- und literarischen Sozialisation als Lernformat auf, um die Teilhabe an einer gemeinsamen kulturellen Praxis zu ermöglichen. Was hinsichtlich der besonderen Voraussetzungen leistungsstarker Lernerinnen und Lerner – nämlich mit hoher Akzeleration zu lernen – als nachteilig erscheinen könnte, kann als Vorzug des Verfahrens gewertet werden, da gerade ein Gespräch von den unterschiedlichen Perspektiven und Reflexionsgraden lebt und Rücksichtnahme und Offenheit gegenüber dem Anderen als produktive Gelingensbedingung voraussetzt, diese aber auch erst zu entwickelt hilft.

 

Aktuelles:

Pressemitteilung - Universität Leipzig

Gesamtprojekt "Leistung macht Schule" (LemaS) - BMBF

Auftaktveranstaltung in Berlin - BMBF

Netzwerktagung in Sachsen-Anhalt

BMBF gefördert vom deutsch

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Finanzierung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektzeitraum:

01.01.2018 bis 31.12.2022


Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 05. Juli 2018 14:29