Forschungsprojekt

Pädagogische Kompetenzen im digitalen Zeitalter: Fallorientierung und Social Hypertext im einführenden bildungswissenschaftlichen Modul

Projektleitung:
Prof. Dr. Maria Hallitzky
Dr. Christian Herfter

Mitarbeiter/innen:
Sibylle Reech
Mirjam Leistner
Karla Spendrin
Johanna Leicht
Franziska Frohberg
Eva-Kristin Schneider
Dr. Stephan Weser
Dr. Mamadou Mbaye
Dr. Emi Kinoshita
Carola de Groote
Ariane Hinneburg
Susan Melzer
Stefanie Wiemer

Beschreibung:

„Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lehren und Lernen“ (KMK 2004). Ausgehend von diesem Ziel der Lehrer*innenbildung stellt sich die Frage, wie pädagogische Professionalität im bildungswissenschaftlichen Einführungsmodul grundgelegt werden kann. Neben der Kenntnis von schulpädagogischen und allgemeindidaktischen Theorien, Konzepten und Methoden zur Gestaltung von Unterricht und Lernumgebungen ist es die Einübung in eine stellvertretende Deutung und Analyse von Unterricht, die als Basis professioneller Kompetenz gilt (z.B. Hummrich 2016).

Wissenschaftliche Einführungstexte, wie sie in Zusammenstellungen von Pflichtlektüre (sog. Reader) früher Fachsemester überwiegend zu finden sind, akzentuieren ausgewählte Aspekte der Theoriebildung und bilden erst als Ganzes eine Grundlage für eine unterrichtsbezogene Analysekompetenz. Fachlich stehen die Studierenden folglich vor der Herausforderung, Querbezüge zwischen verschiedenen Texten zu erkennen und für eine Analyse von Unterricht(sbeschreibungen) zu vernetzen. Teilt man die Texte in Sinneinheiten und vernetzt diese Sinneinheiten über semantische Verbindungen, können die Studierenden im Lesen fachlich-begründeten Zusammenhängen folgen. Verbindet man diesen Angebotscharakter nicht-linearen Texts (sog. Hypertext) mit den Möglichkeiten des sozialen Austauschs von (digitalen) sozialen Medien, gewinnt man die Idee eines Social Hypertext Readers.

Das Projekt soll mit der Umstellung des klassischen Readers (in Papierform bzw. in Form einzelner pdf-Dateien) auf eine kollaborative und durch Angebote der Leseorientierung begleitete Lernsituation im Internet den Studierenden das verstehende Lesen und die Bildung von globaler Kohärenz erleichtern (Zumbach & Pixner 2006). Eine Integration der Wissensaneignung in das Selbststudium ist dadurch leichter möglich. Die durch die Verlagerung gewonnene Präsenzzeit kann für das gemeinsame Aufgreifen von vertiefenden Fragen genutzt werden. Dabei kommt der Arbeit mit Fällen, also dem Aufbau sog. ‚kasuistischer Räume‘ entlang einer methodisch geleiteten Interpretation dokumentierter Schul- und Unterrichtssituationen eine zentrale Bedeutung zu (Helsper 2003). Damit verbunden werden Erwartungen u.a. einer besseren Verknüpfung von Theorie und Praxis sowie einer Vermeidung trägen Wissens (Kiel, Kahlert & Haag 2014).

Gerade für Lehramtsstudierende ist die Digitalisierung nicht nur in Bezug auf den eigenen Lernprozess eine Herausforderung, sondern wird auch als Bestandteil ihrer beruflicher Kompetenzen bedeutsam (vgl. das European Framework for the Digital Competence of Educators, DigComEdu). Daher sollen die Studierenden ihre eigenen (Lern-)Erfahrungen mit Social Hypertext im Seminar reflektieren und mit Einblicken in mediendidaktische Modelle sowie aktuelle Ergebnisse der Unterrichtsforschung im Themenfeld ‚Digitalisierung‘ verknüpfen. Auf diese Weise lernen sie, digitale Formate in ihre eigene (zukünftige) Unterrichtspraxis sinnvoll einzubetten.

Finanzierung:

9. Projektkohorte der LaborUniversität (Projektträger: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.)

Projektzeitraum:

01.10.2019 bis 30.09.2020


Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 03. März 2020 14:25