Forschungsprojekt

Aufgabenkultur im Orthographieunterricht

Beschreibung:

In Studien zum Rechtschreibunterricht (z.B. IGLU-E, vgl. Valtin et al. 2004; DESI, vgl. Klieme et al. 2008; EVES, vgl. Hofmann 2008) gerieten in den vergangenen Jahren auch Aufgaben in den Blick. Bisher hat aber keine Untersuchung fachdidaktisch differenziert auf die Aufgabenkultur im Orthographieunterricht geblickt und die Frage beantwortet, „welche Aufgaben auf welche Weise […] im ‚natürlichen‘ Deutschunterricht eingesetzt werden“ (Winkler 2018, S. 35). Aufgabenkultur wird als Zusammenhang zwischen der materiellen Seite von Aufgaben und ihrer personellen Einbindung betrachtet. Aufgaben werden als Handlungsaufforderung verstanden, die aus der Aufgabenstellung und dem Aufgabenmaterial bestehen (Hlebec 2014). Angebunden ist das Dissertationsprojekt an die DFG/SNF-geförderte Studie „Professionelle Kompetenzen und Unterrichtshandeln von Primarlehrpersonen im Lernbereich Rechtschreibung. Eine ländervergleichende Studie (CH/D)“. Die Aufgabensequenzen der 20 Videographien, die für die Studie in Sachsen erhoben wurden, bilden auch die Datengrundlage für das Dissertationsprojekt. Zur Beschreibung der im Unterricht beobachteten Lernaufgaben wird in Anlehnung an Kleinknecht et al. (2013) und Hlebec (2018) ein Kategoriensystem entwickelt. Möglicherweise wird so von einem globalen Standpunkt aus eine Typenbildung von Aufgaben im Rechtschreibunterricht möglich. Zunächst soll das Kategoriensystem aber ermöglichen, dass differenzierte Aussagen über die einzelnen Aufgabenkomponenten getroffen werden können, die es zu einem späteren Zeitpunkt erlauben, die im Unterricht beobachteten Lernaufgaben aus fachdidaktischer Perspektive zu evaluieren. Mit gesprächsanalytischen Verfahren soll zudem auf der Prozessebene das aufgabenbezogene Handeln von Lehrenden und Lernenden, die personelle Seite, untersucht werden.

Literatur:

 Hlebec, Hrvoje (2014): Aufgaben im weiterführenden Rechtschreibunterricht. In: Ursula Bredel und Claudia Schmellentin (Hg.): Welche Grammatik braucht der Grammatikunterricht? Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren (Thema Sprache - Wissenschaft für den Unterricht, 8), S. 422–440.

 Hlebec, Hrvoje (2018): Aufgabentheorie und grammatisches Lernen. Eine Untersuchung zu Merkmalen von Lernaufgaben für den Grammatikunterricht. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.

 Hofmann, Nicole (2008): Unterrichtsexpertise und Rechtschreibleistungen. Eine empirische Untersuchung in Heidelberger Grundschulen. Dissertation. Pädagogische Hochschule Heidelberg.

 Kleinknecht, Marc; Bohl, Thorsten; Maier, Uwe; Metz, Kerstin (Hg.) (2013): Lern- und Leistungsaufgaben im Unterricht. Fächerübergreifende Kriterien zur Auswahl und Analyse. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

 Klieme, Eckhard; Eichler, Wolfgang; Helmke, Andreas; Lehmann, Rainer H.; Nold, Günther; Rolff, Hans-Günter et al. (Hg.) (2008): Unterricht und Kompetenzerwerb in Deutsch und Englisch. Ergebnisse der DESI-Studie. DESI-Konsortium. Weinheim: Beltz Verlag (Beltz Pädagogik).

 Valtin, Renate; Löffler, Ilona; Meyer-Schepers, Ursula; Badel, Isolde (2004): Orthographische Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der vierten Klasse im Vergleich der Länder. In: Wilfried Bos, Eva-Maria Lankes, Manfred Prenzel, Knut Schwippert, Renate Valtin und Gerd Walther (Hg.): IGLU. Einige Länder der Bundesrepublik Deutschland im nationalen und internationalen Vergleich. Münster u.a.: Waxmann, S. 141–164.

 Winkler, Iris (2018): Aufgaben. In: Jan Boelmann (Hg.): Empirische Forschung in der Deutschdidaktik. Baltmannsweiler. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren, S. 27–40.

 

Finanzierung:

Haushaltsfinanzierte Forschung

Projektzeitraum:

01.08.2017 bis 31.12.2020


Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 24. Oktober 2019 10:09