Forschungsprojekt

Mitherausgeberschaft von kjl&m. Forschung. Schule. Bibliothek

Mitarbeiter/innen:
Dr. Sebastian Schmideler

Beschreibung:

„Die Jugendschrift in dichterischer Form muß ein Kunstwerk sein.“ – Mit diesem Credo des Hamburger Reformpädagogen Heinrich Wolgast von 1896 wurde die Jugendschriftenbewegung beflügelt. Seit 1893 fühlte sich die Jugendschriften-Warte diesem Anspruch an eine Dichtung vom Kinde aus verpflichtet. Auch wenn sich die Voraussetzungen und Ziele eines wissenschaftlichen, pädagogischen, didaktischen und bibliothekarischen Umgangs mit KJL mittlerweile mehrfach grundlegend verändert haben, so sind doch das Bemühen um öffentliche Aufmerksamkeit und die Ambition, als professionelle Literaturvermittlungsinstanz zu wirken, gleich geblieben. Bis heute zeichnet dies die Zeitschrift kjl&m aus, das inzwischen älteste Periodikum des Fachs. Längst wurde es zu einem wichtigen Kernorgan in Sachen Kinder- und Jugendmedien. Unverzichtbar ist die Zeitschrift, weil sie jenseits des akademischen Elfenbeinturms bewusst den Weg in die Öffentlichkeit sucht. Sie baut eine Brücke zwischen Forschung, Schule und Bibliothek.

Gerade in den letzten Jahren hat kjl&m unter der Herausgeberschaft von Petra Josting, Caroline Roeder und Ricarda Dreier an Qualität und Innovationskraft gewonnen. Ich freue mich daher besonders, dass ich als Nachfolger von Caroline Roeder in das Herausgebergremium aufgenommen wurde. Caroline Roeder hinterlässt eine Lücke. Mit ihren kulturwissenschaftlichen Themenheften hat sie die Zeitschrift anschlussfähig für die Vielfalt der Diskurse der KJL im Medienverbund gemacht. – Dafür zuerst ein herzlicher Dank!

Ich bin neugierig darauf, das verjüngte Herausgeberteam von Michael Ritter und Julia Benner an der Seite der erfahrenen Mediendidaktikerin und KJL-Forscherin Petra Josting zu unterstützen. Alle drei kenne ich gut. Ich habe in Leipzig Germanistik und Geschichte studiert. Mein Studium habe ich mit einem Magister Artium und dem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien abgeschlossen. Die KJL-Forschung begleitete mich von Anfang an. Parallel zu meiner Arbeit in dem DFG-Projekt der Herausgabe sämtlicher Briefe Felix Mendelssohn Bartholdys wurde ich 2011 mit einer Studie zur historischen KJL bei Ulrich Nassen promoviert. Nach Stationen in Bielefeld an der Professur von Petra Josting, wo ich auch Kollege von Michael Ritter war, und an der TU Chemnitz bin ich derzeit in der Lehrerbildung an der Universität Leipzig tätig. Mich interessieren die historische und die aktuelle KJL gleichermaßen. Hierzu habe ich zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze und Beiträge publiziert, war aber auch einige Jahre als Rezensent von Sachbüchern für das Bulletin Jugend & Literatur aktiv.

KJL ist mehr als die kleine Schwester der großen Literatur. Sie ist weder Knecht der Pädagogik noch Erfüllungsgehilfe der Didaktik. Sie hat den Anspruch auf ästhetische Autonomie. In diesem Sinn ist Wolgasts Credo bis heute aktuell. Gern möchte ich meine Arbeit als Mitherausgeber von kjl&m mit dieser Verpflichtung gegenüber der gewachsenen Tradition der Zeitschrift beginnen.

Literaturverzeichnis der von mir bereits erschienenen Veröffentlichungen.

Von mir konzipierte Hefte in Vorbereitung:

Heft 3/2018: Kinderfernsehen

Heft 3/2019: Karl Marx

Hinweis: Homepage der Zeitschrift auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und -medien (AJuM)

Projektzeitraum:

01.01.2012 bis 31.07.2019


Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 05. April 2018 13:40