Im BMBF-geförderten Projekt mit dem Titel „Formatives Assessment in der inklusiven naturwissenschaftlichen Bildung in der Kita (FinK)“ wird einerseits der Einfluss von naturwissenschaftlichen Bildungsangeboten auf den Kompetenzzuwachs von Kindern untersucht, andererseits werden pädagogische Fachkräfte bei der Anregung inklusiver naturwissenschaftlicher Bildungsangebote unterstützt.

Bei Interesse an Mitarbeit in diesem Forschungsprojekt im Rahmen von Abschlussarbeiten lesen Sie bitte folgende Richtlinien.

Ein Kleinkind experimentiert mit seinem Vater mit Farben und gießt Flüssigkeit von einem ins andere Gefäß.
Foto: Colourbox

Informationen zur Studie für Interessierte und Teilnehmende

Willkommen! Schön, dass Sie sich für unser Projekt interessieren!

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen rund um die Teilnahme am Projekt FinK.

  • Das Projekt startet im September 2019.
  • Das Projekt wird über die Dauer eines Jahres durchgeführt.
  • Teilnehmende Fachkräfte erhalten 2 aufeinander abgestimmte Weiterbildungen im Bereich früher naturwissenschaftlicher Bildung und Möglichkeiten der Lernbegleitung. (Gesamtdauer 3 Tage, verschiedene Termine zwischen September 2019 und Januar 2020 stehen zur Auswahl)
  • Die Kinder werden vor und nach der Umsetzung des Bildungsangebotes spielerisch befragt, um die Wirkung des Bildungsangebots auf die kindliche Entwicklung zu untersuchen. Diese Befragungen werden von geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Projektes durchgeführt. So können wir einen Eindruck über erste naturwissenschaftliche Ideen und Kenntnisse der Kinder und ihre Freude an der Beschäftigung mit Naturwissenschaften erhalten. Diese Befragungen machen den Kindern erfahrungsgemäß viel Spaß.
  • Um herauszufinden, was Kinder während des Umgangs mit Alltagsmaterialien denken, wie sie sie erkunden, wie sie darüber sprechen und wie sie auf die Anregungen der Erzieherinnen und Erzieher reagieren, möchten wir in einigen der teilnehmenden Kitas zwei solcher Situationen auf Video aufnehmen. Die Videos (je etwa 30 Minuten) werden zu Beginn und zum Ende des Projektes mit einer pädagogischen Fachkraft, die an der Weiterbildung teilnimmt, sowie den Kindern, die an der Studie teilnehmen (mit den Elterngenehmigungen), aufgenommen.
  • Neben den Kindern werden die Kita-Leitungen, die pädagogischen Fachkräfte und die Eltern befragt, um breitere Informationen über die institutionelle und häusliche Bildungsarbeit zu erhalten. So werden die Kita-Leitungen beispielsweise nach Rahmenbedingungen der Kita und die pädagogischen Fachkräfte zu ihren Einstellungen und Kompetenzen im Hinblick auf die inklusive naturwissenschaftliche Bildungsarbeit sowie nach ihrer Einschätzung zur Weiterbildung befragt. Darüber hinaus werden die Eltern der Kinder nach Merkmalen des Elternhauses gefragt, von denen ein Einfluss auf die Entwicklung der Kinder vermutet wird.

Alle Termine werden mit Ihnen abgesprochen – wir passen uns dabei an die Abläufe Ihrer Kita an.

  • Die pädagogischen Fachkräfte erhalten einen Nachweis über die Teilnahme an den Weiterbildungen und können so ihr berufliches Profil in Richtung Naturwissenschaften stärken.
  • Als Kita erhalten Sie eine Materialkiste, in der Sie alle wichtigen Materialien und Durchführungshinweise zum Bildungsangebot finden.
  • Sie erhalten wertvolle Impulse, wie Sie im Kindergartenalltag die naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Kinder fördern können.
  • Die Umsetzung des Bildungsangebotes möchten wir wissenschaftlich begleiten. Daran kann jedes 4- bis 6-jährige Kind teilnehmen, das mitmachen möchte und dessen Eltern die Genehmigung für die Teilnahme am Projekt geben.
  • alle pädagogischen Fachkräfte, die Interesse an der Umsetzung inklusiver naturwissenschaftlicher Bildung in der Kita haben

Wir versichern, dass die Anonymität aller teilnehmenden Kinder vollständig gewährleistet ist und keine Rückschlüsse auf sie oder auf die Kindergärten möglich sind. Die im Rahmen dieser Studie gewonnenen Daten werden ausschließlich zu Forschungszwecken verwendet.

  • Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Es besteht für alle Beteiligten (Eltern, Kinder, Träger, Kindergartenleitung) zu jeder Zeit die Möglichkeit, die Einwilligung zur Teilnahme an der Studie ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. In diesem Fall werden alle bereits erhobenen Daten vernichtet. Aus der Ablehnung der Teilnahme entstehen keinerlei Nachteile.
  • Alle im Rahmen der Studie erhobenen Daten unterliegen den gesetzlichen Geheimhaltungsregeln und werden streng vertraulich behandelt. Diese Daten werden Außenstehenden in keiner Weise zugänglich gemacht. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Studie sind verpflichtet, das Datengeheimnis zu wahren (vgl. §1, §3, §5 und §44 BDSG) und verwenden die Daten nur zu dem zur Aufgabenerfüllung dienenden Zweck. Insbesondere werden unbefugte Personen keinen Einblick in die gegebenen Antworten erhalten.
  • Die erhobenen Daten werden pseudonymisiert gespeichert. Das bedeutet, dass der Name der Person durch eine Nummer ersetzt wird. Zu der Liste mit den Originalnamen hat nur die Studienleitung Zugang. So wird sichergestellt, dass Außenstehende nicht an die Namen der teilenehmenden Kinder gelangen.
  • Alle Daten werden auf gesicherten Computern und Servern gespeichert.
  • Die Dateneingabe erfolgt durch die Projektmitarbeitenden.
  • Die im Rahmen der Studie gewonnenen Daten werden in Publikationen und Weiterqualifizierungsarbeiten verwendet und werden durch die Projektmitarbeitenden ausgewertet.
  • Sämtliche personenbezogene Daten, die im Zusammenhang mit der Studie angegeben werden, werden spätestens nach Abschluss aller Projektarbeiten gelöscht.
  • Für Analysezwecke nehmen wir die Befragungen der Kinder mit einem Videogerät auf. Eltern können den Videoaufnahmen individuell zustimmen, oder sie bei ihrem Kind ablehnen. Nur die Projektmitarbeitenden haben Zugriff auf die Videos. Die Videos werden nach dem Ende der Studie gelöscht.

Sie haben noch Rückfragen zur Studie? Sind sich noch unsicher, ob Sie teilnehmen möchten? Oder Sie haben sich bereits entschieden und möchten sich gerne anmelden? Dann melden Sie sich bitte bei:
 

Hintergrund und Ziel des Projektes

Die Umsetzung inklusiver naturwissenschaftlicher Bildungsangebote in Kindertageseinrichtungen stellt pädagogische Fachkräfte vor große Herausforderungen, da sie eine fortwährende Prozessdiagnose vornehmen müssen und im Anschluss daran adaptiv handeln sollten (= formatives Assessment). Adaptives Han­deln wird hier verstanden als Kernaspekt der Prozessqualität im Elementarbereich, welcher kognitive Aktivierung mit einer Gestaltung von Lerngelegenheiten kombiniert, die individuell auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt ist. Eine hohe Prozessqualität ist für die Teilhabe von Kindern mit heterogenen Voraussetzungen an gemeinsamen Lernsituationen unabdingbar und wird durch adäquate Aufgabenstellungen unterstützt. Diese ist jedoch insbesondere bei der Gestaltung von inklusiven Settings eine große Herausforderung für die pädagogischen Fachkräfte, deshalb benötigen sie spezifische Professionalisierungsmaßnahmen.

Das Projekt FinK setzt an dieser Stelle an und möchte pädagogische Fachkräfte darin unterstützen, durch den Ansatz des formativen Assessments vorschulisches naturwissenschaftliches Lernen von Kindern in inklusiven Bildungskontexten zu begleiten. Die teilnehmenden Fachkräfte nehmen an 2 Fortbildungen teil, in denen vermittelt und erprobt wird, wie sie die Entwicklung naturwissenschaftlicher Kompetenzen von Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen fördern können. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf der Förderung von Kindern mit Lern- und Sprachschwierigkeiten liegen.


Fragestellungen

  1. Über welche professionellen Kompetenzen im Bereich der Prozessdiagnose und adaptiven Unterstützung verfügen pädagogische Fachkräfte und in welchem Zusammenhang stehen diese mit Strukturqualitätsmerkmalen der Einrichtung?
  2. Welche Wirkung zeigen Weiterbildungen zur Prozessdiagnostik und adaptiven Unterstützung auf die Entwicklung der professionellen Kompetenzen von pädagogischen Fachkräften, auf die Qualität der Umsetzung naturwissenschaftlicher Bildungsangebote und auf die Kompetenzentwicklung der Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen?
  3. Inwieweit können Unterschiede in der Kompetenzentwicklung der Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen auf Unterschiede in der Umsetzungsqualität des Bildungsangebots zurückgeführt werden?
  4. Welche naturwissenschaftsspezifischen Lernverläufe zeigen Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen?


Methodisches Vorgehen

Die Studie wird in einem feldexperimentellen Design mit Wartegruppenkontrolldesign und drei Messzeitpunkten durchgeführt. Dabei wird die Wirkung der Professionalisierungsmaßnahme auf a) die professionellen Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte, b) die Handlungen der pädagogischen Fachkräfte (Qualität der Interaktion zwischen Fachkraft und Kindern, Prozess-diagnostik, adaptive Unterstützung, Qualität der Portfolios) sowie auf c) die Kompetenzentwicklung der Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen untersucht.

Die Fortbildung für die pädagogischen Fachkräfte besteht aus 2 Teilen, an welchen sie – je nach Versuchsgruppe – zu unterschiedlichen Zeitpunkten teilnehmen. Der erste Teil der Weiterbildung beschäftigt sich mit einem naturwissenschaftlichen Bildungsangebot und Möglichkeiten, diese im Alltag in der Kita umzusetzen. Die pädagogischen Fachkräfte erhalten entsprechendes Material und Handreichungen zur Durchführung.

Der zweite Teil der Weiterbildung beinhaltet Aspekte zur prozessbezogenen Diagnose, zur adaptiven Unterstützung sowie zur Nutzung von Portfolios der Kinder.

Die Messinstrumente und Materialien für die Weiterbildungsmaßnahmen werden entwickelt und in zwei Vorstudien pilotiert. Die Hauptstudie umfasst eine Prä-Post-Messung bei pädagogischen Fachkräften und Kindern.

Es ist geplant, die Daten mehrebenenanalytisch auszuwerten.


Empirische und praktische Relevanz

Neben einem theoretischen Ertrag hat die Studie auch hohe praktische Relevanz für die Entwicklung professioneller Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte und damit einhergehend für die naturwissenschaftliche Kompetenzentwicklung der Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen. Das Projekt entwickelt dabei Ansätze zur inklusiven naturwissenschaftlichen Bildung in frühpädagogischen Institutionen, mit einem Schwerpunkt auf Prozessdiagnostik und adaptive Unterstützung, sowie entsprechende Weiterbildungskonzepte und ermöglicht Aussagen über Bedingungen des Erwerbs prozessdiagnostischer Fähigkeiten im Bildungsbereich Naturwissenschaften.

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