Das Projekt ILEA-Basis-T bezieht sich auf das Förderrichtlinienziel zur Weiterentwicklung förderrelevanter diagnostischer Verfahren und ihrer Umsetzungsprozesse in verschiedenen professionellen Umgebungen. Zugleich ergeben sich Schnittstellen zur Konzeptualisierung der erforderlichen pädagogisch-diagnostischen Qualifikationen der pädagogischen Fachkräfte und einer Qualifizierung von Fachkräften in Kita und Grundschule zur Unterstützung einer inklusionsfördernden, lernbegleitenden bzw. alltagsintegrierten Diagnostik im Übergang.

Über das Forschungsvorhaben

Der Übergang in die Grundschule erfordert eine verzahnte entwicklungsorientierte diagnostische Begleitung von Kindern mit erheblichen Lern- und Entwicklungsrückständen. Diese erfahren in den schulrelevanten Bildungsbereichen vielfach eine unzureichende Förderung, da Fachkräften zum Teil angemessene Fördereinstellungen und domänenspezifisches Hintergrundwissen fehlen, wodurch Bildungsbedarfe und Bildungsanlässe als solche nicht erkannt werden. Zudem fehlt es bislang an geeigneten diagnostischen Instrumente, welche die (Lern-)Entwicklung von Kindern mit erheblichen Lern- und Entwicklungsrückständen im Übergangsjahr adäquat erfassen, um adaptive Lernanregungen ableiten zu können. In Ergänzung zum diagnostischen Instrument ILEA T zur Lernentwicklungsbegleitung im Übergang (Geiling et al., 2015) werden im Projekt domänenspezifische diagnostische Basisbausteine sowie Förderanregungen für diese Zielgruppe der Kinder gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt. Dies erfolgt für die Bereiche Psycho-soziale Gesamtsituation, Frühe Literalität und Frühe Mathematik. Die Diagnosebausteine und Förderanregungen werden in Kooperation mit Praxispartnern erprobt, die elementare Messgüte geprüft sowie curricular wie inhaltlich durch Expertenurteile und mittels Interrater- und Paralleltestverfahren validiert.

Ziele

Das Ziel von ILEA-Basis-T liegt darin, zu den in der Praxis erprobten und Rasch-skalierten Verfahren ILEA T (Geiling et al., 2015) ergänzende Diagnosebausteine sowie darauf aufbauende Förderanregungen für die Bereiche Frühe Literalität, Frühe Mathematik und psychosoziales Wohlbefinden für Kinder mit erheblichen Lern- und Entwicklungsrückständen (ELE) in Kooperation mit Praxispartnern zu entwickeln. Konkret geht es um die Konzeption, Pilotierung und Erprobung von zwei ILEA T ergänzenden Diagnosebausteine, mit denen frühe Kompetenzen so differenziert sichtbar werden, dass für Kinder mit ELE in den für die Transition Kita-Grundschule relevanten Domänen (Frühe Literalität: Universität Leipzig; Frühe Mathematik: Julius-Maximilians-Universität Würzburg) passende Förderanregungen ausgewählt werden können. Ein dritter Diagnosebaustein erfasst das psycho-soziale Wohlbefinden von Kindern mit ELE und macht Risiken eines geringen Wohlbefindens, der geminderten sozialen Anerkennung und Partizipation erkennbar. Entsprechende Förderanregungen zur Steigerung des Wohlbefindens werden ebenfalls erarbeitet.

Die entwickelten Diagnosebausteine sowie die begleitenden Förderanregungen werden zum Projektende als Open Educational Ressources (OER) bereitgestellt und in Multiplikatorensysteme sowie die Hochschullehre implementiert.

Verbundprojekte ILeA-Basis-T

Teilprojektleitung: Universität Leipzig, Prof. Dr. Katrin Liebers

Das Ziel des Teilprojekts besteht in der Identifizierung und Operationalisierung der domänenspezifischen Kompetenzen für die Diagnosebausteine Frühe Literalität und Frühe Mathematik sowie von Beobachtungsschwerpunkten für den Diagnosebaustein Wohlbefinden. Hierbei werden auch die Praxisanforderungen eruiert. Die Diagnosebausteine werden entwickelt, pilotiert und in den Partnerkitas partizipativ erprobt.

Zur Steigerung der Partizipation der Partnerkitas werden die pädagogischen Fachkräfte u. a. im Rahmen von Workshops von Beginn des Projekts an in die Entwicklung der Diagnosebausteine einbezogen.

Teilprojektleitung: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Dr. Steffen Siegemund-Johannsen (aktuell Vertretungsprofessor an der Europa-Universität Flensburg)

Nach der Entwicklung und Erprobung der drei Diagnosebausteine befasst sich das Teilprojekt 2 mit der Überprüfung ihrer psychometrischen Testgüte sowie mit der Erstellung einer Veröffentlichungsfassung der Diagnosebausteine. Zum Einsatz kommen dabei Expertenratings, Itemanalysen sowie Interrater-Verfahren.

Teilprojektleitung: Universität Leipzig, Prof. Dr. Suanne Viernickel

Das Teilprojekt 3 verfolgt das Ziel der Identifikation von Förderclustern bzw. Förderbereichen auf der Grundlage der entwickelten und validierten Diagnosebausteine. Dazu werden die Testitems in Fördercluster überführt und gezielte Förderanregungen zur adaptiven Gestaltung einer alltagsintegrierten Förderung entwickelt. Im Zuge eines partizipativen Forschungsansatzes werden dabei in Zusammenarbeit mit den Partnerkitas die Akzeptanz, die Verständlichkeit, die Praktikabilität sowie die Nützlichkeit der Förderhinweise sichergestellt.

Teilprojektleitung: Universität Leipzig, Dr. Beatrice Rupprecht

Im Rahmen der Parallelstudie wird die Entwicklung der diagnostischen Kompetenzen von pädagogischen Fachkräften in den Partnerkitas vom Projektbeginn bis zum Projektende in den Blick gerückt. Das Ziel besteht dabei in der Ermittlung der Wirksamkeit der kooperativen Mitwirkung im Entwicklungsprozess der Diagnosebausteine und der dazugehörigen Förderanregungen in Bezug auf die Vertiefung diagnostischer und förderbezogener Kompetenzen.

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