Juniorprofessur

Herzlich willkommen auf der Seite der Juniorprofessur für Pädagogische Psychologie mit Schwerpunkt Entwicklung unter Risikobedingungen!

MoellerJu

Juniorprofessorin Dr. Julia Moeller
erforscht Risiko- und Schutzfaktoren emotionaler Entwicklung und widmet sich der Erforschung von Motivation und Emotion im Lern- und Leistungskontext, in Schulen wie an Arbeitsplätzen.

Ein besonderer Forschungsschwerpunkt liegt auf der „dunklen Seite“ intrinsischer Lernmotivation, also dem gemeinsamen Auftreten von Leistungsmotivation mit negativen Empfindungen wie Stress, Ängstlichkeit, Burnout-Symptomen, und Workaholismus. Auch das gleichzeitige Auftreten positiver und negativer Emotionen („gemischter Gefühle“) untersuchen wir in diesem Zusammenhang.

Zur Erforschung von Entwicklungsdynamiken hat sich diese Professur auf die Verwendung intensiver Längsschnittdaten (Experience Sampling Method) spezialisiert. Diese werden mit Analysen intra-individueller Variation in „personenorientierten“ Ansätzen kombiniert.

Lehrveranstaltungen finden vor allem derzeit zu Themen der Diagnostik und Intervention in pädagogischen Kontexten statt.

Die Professur hegt diverse internationale Forschungskooperationen, beispielsweise mit Forscherinnen und Forschern am Yale Center for Emotional Intelligence, der University of Helsinki, Finnland, der University of Eastern Finnland, der Universität Jena, sowie der Queensland University of Technology, Australien.

Die Lehrstuhlinhaberin unterstützt die Open Science Bewegung.

Wenn Sie eine Doktorarbeit zu einem der oben genannten Themen schreiben möchten, freuen wir uns auf Ihre Nachricht!

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Zahlreiche Medienberichte über unsere jüngste Studie zum Motivations- und Burnout-Erleben von Arbeitnehmern

In einer jüngst veröffentlichten Studie untersuchten Juniorprofessorin Julia Moeller und ein Team von Forschern der Yale University, Cambridge University, und der WHU – Otto Beisheim School of Management das Erleben von Motivation und Stress bei 1085 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den USA.

Dieser Studie zufolge berichtete etwa jeder fünfte Arbeitnehmer eine Kombination an hoher Arbeitsmotivation, gepaart mit starkem Stress und Burnout-Symptomen. Die Studie widerspricht damit der häufigen Annahme, hochmotivierte Mitarbeiter/innen diejenigen seien, die keine besondere Unterstützung ihrer Manager/innen benötigten. Im Gegenteil fand die Studie, dass viele dieser motiviert aber erschöpften Arbeitnehmer/innen die Absicht hatten, ihr Unternehmen trotz ihrer Liebe zum Job bald zu verlassen, sodass Unternehmen möglicherweise riskieren, viele ihrer besten Mitarbeiter/innen aufgrund des hohen Stresserlebens zu verlieren.

In einem aktuellen Bericht im Harvard Business Review berichten Dr. Emma Seppälä (Stanford und Yale University) und Juniorprofessorin Julia Moeller (Universität Leipzig) über die kürzlich veröffentlichte Studie.

Auch die Cambridge University macht in einer Presseerklärung auf die Studie aufmerksam und zitiert Professor Jochen Menges, einen der Ko-Autoren der Studien und Professor an der Cambridge Judge Business School und der WHU – Otto Beisheim School of Management mit den Worten: “Hohes Engagement im Arbeitskontext ist ein zweischneidiges Schwert. Engagement ist sehr nützlich für Arbeiter und Organisationen wenn Burnout-Symptome gering ausgeprägt sind, aber in Kombination mit hohen Burnout-Symptomen kann Engagement zu unerwünschten Folgen führen, einschließlich der Absicht, das Unternehmen zu verlassen. Manager sollten deshalb hohes Engagement in ihrem Unternehmen sorgsam betrachten und die Mitarbeiter unterstützen, die möglicherweise auf dem Weg in einen Burnout sind. Andernfalls riskieren sie hohe Kündigungszahlen und andere unerwünschte Effekte."

Auch ein Podcast und ein Blog-Beitrag widmen sich der gerade veröffentlichten Studie.

Viele Leser/innen kommentieren, wie hilfreich sie die Perspektive der Studie auf gemeinsam auftretende Stress- und Motivationserlebnisse finden. Anders als viele bisherige Studien belässt es die Studie von Julia Moeller und Kollegen nicht dabei, einen allgemeinen Zusammenhang zwischen Motivation und Stress zu berichten (die inter-individuelle Korrelation zwischen beiden Variablen ist in der Regel negativ), sondern diese neue Studie betont, dass sich das Verhältnis von Motivation und Stress zwischen den Personen stark unterscheidet. Während 41.4% der befragten Arbeitnehmer lediglich hohe Motivation aber niedrige Burnout-Symptome erlebten und 1,8% hohe Burnout-Symptome aber niedrige Motivation berichteten, gingen hohe Motivation Hand in Hand mit erhöhten Burnout-Symptomen bei 18.8% der Befragten. Diese Gruppen unterschieden sich deutlich in den Emotionen und Kündigungsabsichten, und paradoxerweise berichteten die Motiviert-Gestressten sowohl über positive Emotionen hinsichtlich ihrer Arbeit, als auch über starke Kündigungsabsichten.

Die Forscher/innen schlussfolgern, dass arbeitsbezogene Motivation und arbeitsbezogener Stress unbedingt gemeinsam in intra-individuellen Methoden betrachtet werden sollten, um für jede/n Arbeitnehmer/in eine geeignete Unterstützung anbieten zu können.

 


Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 22. Februar 2018 11:43