Forschungsprojekt

Über Unterricht sprechen

Projektleitung:
Prof. Dr. Maria Hallitzky
Christopher Hempel
Dr. Christian Herfter

Mitarbeiter/innen:
Gereon Eulitz
Ariane Hinneburg
Dr. Emi Kinoshita
Eva-Kristin Schneider

Beschreibung:

Schulischer Unterricht ist (Forschungs-)Gegenstand und (Gestaltungs-)Aufgabe zugleich, die damit verbundene Perspektivendifferenz bestimmt den Dialog zwischen ‚Theorie‘ und ‚Praxis‘ und begründet universitäre Lehrer*innenbildung (Hallitzky & Hempel, 2017). Wir sind als Didaktiker*innen darauf angewiesen, alltäglichen Unterricht zu sehen und wollen ihn – auch aus der Perspektive seiner Akteure – verstehen. Er ist Bezugspunkt unserer empirischen Analysen und theoretischen Reflexionen, deren Ergebnisse wiederum Eingang in die Ausbildung von Lehramtsstudierenden finden. Wir brauchen dafür Lehrer*innen, die Einblicke in den Unterricht gewähren, den sie tagtäglich gestalten. Solche Blicke ‚von außen‘ können aber auch für die Lehrer*innen an den Schulen hilfreich sein: Die eigene unterrichtliche Praxis wird sichtbar, zum Gegenstand gemeinsamer Reflexion und Diskussion, auch mit Kolleg*innen, und ggf. zum Ausgangspunkt persönlicher Unterrichtsentwicklung. Mit dem fortlaufenden Projekt Über Unterricht sprechen initiieren wir einen regelmäßigen, partnerschaftlichen Dialog zwischen Didaktiker*innen unseres Arbeitsbereichs und Teams von Lehrer*innen, die an Schulen in und um Leipzig unterrichten. Dazu zeichnen wir ausgewählte Unterrichtsstunden an den Schulen videographisch auf. Inspiriert vom japanischen Konzept der Lesson Studies wenden wir uns anschließend in kollegialen Fallberatungen und anhand der entstandenen Unterrichtsvideos Fragestellungen zu, die von den Lehrer*innen angeregt werden. Diese bewegen sich im breit verstandenen thematischen Rahmen einer Aktivierung von Lernenden. Das Projekt ist dabei zugleich Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie maßgeblich durch die Lehrer*innen (mit-)verantwortet. Ergänzend zu den Fallberatungen analysieren wir zudem ausgewählte Unterrichtssituationen in methodisch kontrollierter Weise nach Prozessen von Öffnung und Schließung sowie Individualisierung und Vergemeinschaftung. Diese Ergebnisse bilden wiederum den gemeinsamen Bezugspunkt schulübergreifender Workshops, die den Austausch zwischen Didaktiker*innen und Lehrer*innen von den konkreten Unterrichtsstunden weg auf allgemeine Herausforderungen des Lehrens und Lernens hin fokussieren. Darüber hinaus sollen die Unterrichtsvideos in aufbereiteter Form auch Eingang in die fallbasierte Lehre in bildungswissenschaftlichen Seminaren finden.

Finanzierung:

TG 51

Projektzeitraum:

01.10.2019 bis 31.12.2020


Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 07. Januar 2020 15:41