Professur

Herzlich willkommen auf den Internetseiten des Arbeitsbereichs ‚Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik des Sekundarbereichs' der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig!

  AllgDid

Navigation

zurück zur Übersicht

Horizonterweiterung und Standortgebundenheit - eine internationale Tagung zur Unterrichtsforschung und -entwicklung in Maputo (Mosambik)

Im Rahmen des DFG-Programms ‘Point Sud’ fand vom 9. bis 13. September 2019 die  internationale Konferenz “Qualitative Teaching Research and Development” in Maputo, Mosambik statt. Die im Verbund dreier Universitäten (Prof. Dr. Maria Hallitzky, Leipzig, Prof. Dr. Felix Mulhanga, Maputo und Ass. Prof. Dr. Nariakira Yoshida, Hiroshima) unter Federführung Leipzigs konzipierte und organisierte Tagung hatte zum Ziel, verschiedene methodologische Ansätze der qualitativen Unterrichtsforschung und -entwicklung sowie deren Einsatz in unterschiedlichen kulturellen Kontexten zu diskutieren. Das Vorbereitungsteam versuchte, gegenüber hegemonialen (oft eurozentristischen) Verhältnissen, Ansätze und Zugänge aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Communities mehrperspektivisch zum Gespräch zu bringen und die Reflexion des je eigenen Wissenschaftsverständnisses in der gegenseitigen Befremdung und Annäherung zu ermöglichen.

Gruppenfoto Konferenz Maputo

 

 Wissenschaftler*innen aus verschiedenen afrikanischen Ländern (Kenia, Mosambik, Sambia, Senegal, Südafrika und Tansania), aus Japan und aus Deutschland stellten Bildungssituationen, unterschiedliche qualitative Zugänge zu deren Erforschung sowie Ergebnisse qualitativer Unterrichtsforschung und -entwicklung vor. Workshops gaben die Gelegenheit zur Erprobung verschiedener Ansätze direkt am Datenmaterial aus den verschiedenen kulturellen Kontexten. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmenden in Round-Table-Gesprächen spezifische Herausforderungen der Unterrichtsforschung im interkulturellen Kontext - z.B. die Frage der Rolle der Forschenden im Feld oder die Bedeutung des theoretischen oder kulturellen Vorverständnisses sowie der pädagogischen Normativität. Die Verschiedenheit der pädagogischen und kulturellen Kontexte sowie der je genutzten Forschungsansätze zeigte sich bereits in der intensiven gemeinsamen Vorbereitung. In ihrer Gegenüberstellung wurde die radikale Standortgebundenheit der je eigenen Ansätze und Fragestellungen deutlich. In dieser Horizonterweiterung liegt denn auch das Potenzial einer solchen Diskussion, die nicht nur inhaltlich, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes “vielsprachig” geführt wurde. Am Ende der Konferenz stand eine Zukunftswerkstatt, auf der Möglichkeiten des weiteren Austauschs - z.B. online oder in Folgekonferenzen - geplant wurden. Daraus entstand auch die Idee für ein Projekt, das einen Austausch über Unterricht in den verschiedenen kulturellen Kontexten ermöglichen soll.

 

Im Rahmen einer Post-Konferenz, die sich vor allem an Dozent*innen und Promovend*innen an der Universidade Pedagógica in Maputo richtete, wurden Grundlagen und Ansätze der qualitativen Unterrichtsforschung bzw. der Lesson Study als Unterrichtsentwicklung diskutiert. Bei einem Besuch einer Schule beobachteten Wissenschaftler*innen aus Mosambik, Deutschland und Japan gemeinsam Unterricht in verschiedenen Klassenstufen und Fächern beobachtet. Das große Interesse der Teilnehmenden aus Maputo an einem weiteren Austausch über Unterrichtsforschung sowie an gemeinsamen Forschungsprojekten mündete in der Konkretisierung der weiteren Zusammenarbeit anknüpfend an den Ansatz der Lesson Study. Von diesem engen inhaltlichen Austausch vor allem mit den Nachwuchswissenschaftler*innen an der UP erhoffen wir uns vielfältige neue Impulse für die entwicklungsorientierte qualitative Unterrichtsforschung.

 


Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 13. November 2019 10:25