Im Projekt KEeKs interessieren wir uns für die Zusammenhänge zwischen der Entwicklung emotionaler und sprachlicher Kompetenzen im Kindesalter.

Zwei Kleinkinder spielen mit einem Dosentelefon.
Foto: Colourbox

Empirische Studien liefern erste Belege dafür, dass Kinder mit gut entwickelten sprachlichen Kompetenzen ihren Emotionsausdruck sowie impulsives Verhalten vergleichsweise effizient regulieren können und seltener unter Verhaltensproblemen leiden. Bisher ist jedoch wenig darüber bekannt, wie diese Zusammenhänge zustande kommen. Ein Erklärungsansatz besteht darin, dass gut entwickelte sprachliche Fähigkeiten es Kindern erleichtern, Interaktionen mit ihren Eltern und Erziehern zum Thema Emotionen nachzuvollziehen und ihr Wissen über Emotionen und Emotionsregulationsstrategien begrifflich besser verankern und abrufen zu können. Zudem fällt es Kindern mit gut entwickelten Sprachfähigkeiten möglicherweise leichter, ihre Bedürfnisse und Gefühle zu kommunizieren und so Probleme erfolgreich zu lösen.

In derzeit laufenden Studien konzentrieren wir uns auf die Frage, ob die Entwicklung emotionsspezifischer Sprachfähigkeiten (Breite und Tiefe des Emotionswortschatzes) bei Kindern im Alter von 4 bis 11 Jahren die Entwicklung weiterer emotionaler Kompetenzen wie Emotionserkennung und Wissen über Emotionsregulationsstrategien unterstützt. Ausgehend von theoretischen Ansätzen zur hierarchischen Struktur von Emotionen und deren Entwicklung wurden in einem mehrstufigen Verfahren 20 Vignetten in Form kurzer Geschichten und Zeichnungen von Kindern in emotionsauslösenden Situationen entwickelt. Die Aufgabe besteht darin, das Gefühl zu benennen, welches die Protagonisten in der Vignette jeweils erleben könnten. Orientiert an neueren Forschungsansätzen zur lexikalischen Entwicklung werden die Daten mittels multidimensionaler Skalierung ausgewertet, um Aussagen über den Entwicklungsstand des Emotionswortschatzes und zu Zusammenhängen mit der allgemeinen Sprachentwicklung einerseits sowie emotionalen Kompetenzen andererseits zu treffen.
 

Bisherige Studienergebnisse

Anfragefromular zur Nutzung des Children’s Emotion Vocabulary Vignettes Test (CEVVT)

Wenn Sie den CEVVT gern in Ihrer Forschung einsetzen möchten, füllen Sie bitte folgendes Formular aus.
Mit der Nutzung des CEVVT erkläre ich mich zur Einhaltung der im Folgenden genannten Bedingungen bereit. 1. Die Materialien des CEVVT nur für den oben genannten Zweck zu nutzen und nicht an Dritte weiterzugegeben. 2. Bei der Veröffentlichung der mit dem CEVVT erhobenen Daten die relevanten Quellen zu zitieren (Streubel et al., 2020; Grosse & Streubel et al., 2021; siehe unten). 3. Nach erfolgter Publikation die mit dem CEVVT erhobenen Rohdaten (inkl. Angabe relevanter Hintergrundvariablen wie Alter, SES, Muttersprache, etc.) in einem open access Repositorium (z.B. OSF) zu veröffentlichen.
Nutzen Sie dieses Feld für mögliche Rückfragen oder Kommentare.

Relevante Publikationen

Streubel, B., Gunzenhauser, C., Grosse, G., & Saalbach, H. (2020). Emotion-specific vocabulary and its contribution to emotion understanding in 4-to 9-year-old children. Journal of Experimental Child Psychology, 193, 104790. doi: 10.1016/j.jecp.2019.104790

Grosse, G., Streubel, B., Gunzenhauser, C., & Saalbach, H. (2021). Let’s talk about emotions: The development of children’s emotion vocabulary from 4 to 11 years of age. Affective Science, 2(2), 150-162. doi: 10.1007/s42761-021-00040-2

Informationen zum Projekt

Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

(Laufzeit: 01.10.2021 – 30.09.2024)

Das könnte Sie auch interessieren

Forschung

mehr erfahren

Wissenschaftliche Abschlussarbeiten

mehr erfahren

Startseite der Professur

mehr erfahren