Auch im Anfangsunterricht der Grundschule spielt die Sprache gleich mehrere, wichtige Rollen. Hier werden die Grundlagen für den Bildungsprozess vertieft und erweitert. Die Förderung der sprachlichen und kommunikativen Entwicklung ist damit eine bedeutsame Aufgabe der Grundschul-Lehrkräfte.

Die hier angebotenen Informationen und Materialien sind in Zusammenarbeit mit INSKOM (Verein Sprache & Kommunikation e.V.) entstanden. Alle Materialien können unter den Beschränkungen der Lizenz BY-CC-NC-ND im open access genutzt werden.

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Förderung der sprachlichen und kommunikativen Entwicklung von Kindern im Anfangsunterricht der Grundschule

Das Kapitel zum Spracherwerb ist in die vier zentralen Sprachebenen Sprachliches Handeln, Wortschatz, Aussprache und Grammatik untergliedert. Für sowohl ein- als auch mehrsprachige Kinder werden pro Sprachebene die bei Schulbeginn zu erwartenden sprachlichen Fähigkeiten vorgestellt. Weiterhin sind sprachliche Aspekte angegeben, die anfällig für Schwierigkeiten im Spracherwerb sind. Für jede Sprachebene stehen an dieser Stelle Beobachtungsbögen zur Feststellung der Sprachausgangslage zum Download bereit.

 

  • Sprachliches Handeln: Kommunikation-Pragmatik

Die Verarbeitung von Lauten, Wörtern und Sätzen ermöglicht das Verstehen und Produzieren von sprachlichen Äußerungen. Um dies jedoch auch kontext- und situationsangemessen leisten zu können, bedarf es zusätzlich kommunikativ-pragmatischer Fähigkeiten: Hierunter fallen zum Beispiel das Verstehen impliziter oder nicht-wörtlich gemeinter Inhalte, die Berücksichtigung von Kontexthinweisen, die Perspektivübernahme, der Umgang mit nonverbalen Mitteln (z.B. Gestik) sowie auch Dialogfähigkeiten und die Erzählfähigkeit. Mit Schulbeginn führen der Kontakt mit der Schrift- und der Bildungssprache zu neuen kommunikativ-pragmatischen Anforderungen.

Das Kapitel gibt einen Überblick zur kommunikativ-pragmatischen Sprachausgangslage von SuS zu Schulbeginn sowie zu mögliche Auffälligkeiten und verweist auf curriculumbasierte Beobachtungskriterien.

(Beobachtungsbogen Sprachliches Handeln
PDF 382 KB
)

 

  • Wortschatz: Semantik-Lexikon

Kinder erweitern ihren produktiven Wortschatz eindrucksvoll um ca. 1.000 Wörter pro Jahr. Im Kapitel zur semantisch-lexikalischen Sprachebene wird vorgestellt, wie der Wortschatz aufgebaut ist und welche Fähigkeiten das Kind für seinen Aufbau benötigt. Hierbei spielen u. A. die Trennung von Wörtern in Wortform und Wortbedeutung, die Zusammensetzung und Sortierung des Wortschatzes sowie der Abruf von Wörtern eine entscheidende Rolle.

Das Kapitel geht auf die Entwicklung der semantisch-lexikalischen Fähigkeiten ein, gibt eine Übersicht zum typischen Entwicklungsstand bei Schulbeginn und stellt einen Beobachtungsbogen zur Feststellung der Sprachausgangslage im Wortschatz bereit.

(Beobachtungsbogen Wortschatz
PDF 383 KB
)

 

  • Aussprache: Phonetik-Phonologie

Im Bereich der Aussprache entwickeln Kinder sowohl Fähigkeiten der Artikulation (Phonetik) als auch Fähigkeiten zur Verwendung der Laute im Sprachsystem (Phonologie). Im Grundschulalter treten phonologische Auffälligkeiten (z.B. Ersetzungen oder Auslassungen von Lauten in Wörtern) in der Regel nur vereinzelt auf, Lautfehlbildungen (v.a. Lispeln) sind hingegen noch verbreiteter.

Das Kapitel thematisiert neben den Aussprachefähigkeiten von SuS zu Schulbeginn auch die Fähigkeiten zur Wahrnehmung und Unterscheidung von Lauten. Es stellt weiterhin einen Beobachtungsbogen zur Feststellung der phonetisch-phonologischen Sprachausgangslage bereit.

(Beobachtungsbogen Aussprache
PDF 458 KB
)

 

  • Grammatik: Morphologie-Syntax

Zu Schulbeginn sind Kinder in der Entwicklung der Wortgrammatik (Morphologie) sowie der Satzgrammatik (Syntax) schon weit vorangeschritten, wobei der Grammatikerwerb aber noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Fehler im Bereich der Dativ- und Genitivmarkierung lassen sich beispielsweise noch häufig beobachten. Andere Fehler (z.B. falsche Verbstellung im Satz oder falsche Personalform am Verb) können hingegen auf eine Sprachentwicklungsstörung hindeuten.

Das Kapitel gibt eine Übersicht zu möglichen Auffälligkeiten im grammatischen Entwicklungsstand von SuS zu Schulbeginn und liefert einen Beobachtungsbogen zur Einschätzung morphologisch-syntaktischer Fähigkeiten. 

(Beobachtungsbogen Grammatik
PDF 466 KB
)

Ergänzend werden spielerische Situationen beschrieben, in denen die zu beobachtenden grammatischen Merkmale gezielt herbeigeführt werden.

(Ergänzungen zum Beobachtungsbogen „Grammatik“ zur Durchführung und Einordnung
PDF 403 KB
)

Der Schriftspracherwerb stellt ein zentrales Aufgabengebiet im Anfangsunterricht – besonders im Fachunterricht Deutsch – dar und erfolgt stufenweise (Kap. 4.2). Die Vorläuferfähigkeiten bilden eine wichtige Voraussetzung für dessen Erfolg (Kap. 4.1). Gerade Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten zeigen jedoch häufig Schwierigkeiten u.a. bei der Entwicklung der regulären Phonem-Graphem-Korrespondenz (PGK), der Verinnerlichung von Rechtschreibregeln oder der Entwicklung des Lese-Sinnverständnisses (4.3). Aufgrund dessen werden im Kap. 4.3 zahlreiche Möglichkeiten zur Förderung der phonologischen Bewusstheit, zum Einsatz von Handzeichen als Unterstützung bei dem Erwerb der PGK bzw. der Graphem-Phonem-Korrespondenz (GPK) sowie zur Förderung von Lese- und Schreibfähigkeiten aufgezeigt.

In diesem Kapitel werden grundsätzliche Möglichkeiten zur Sprachförderung im Unterricht, beginnend mit der Unterrichtsplanung, der Durchführung bis hin zur Unterrichtsreflexion, angesprochen. Es werden neben binnendifferenzierenden Maßnahmen der universellen Präventionsebene (Kap. 5.2), das Konzept des Sprachsensiblen Unterrichts (Kap. 5.1 und 5.4) vorgestellt, sowie in einem folgenden Schritt fokussierte Möglichkeiten (Kap. 5.5) zur indizierten Sprachförderung z.B. des Wortschatzes, der Grammatik, der Aussprache und des sprachlichen Handelns aufgezeigt.

Ausgangspunkte für die sprachsensible Unterrichtsplanung bilden die Analyse bzw. das sichtbar machen von
sprachlichen Barrieren im Unterricht
PDF 70 KB
,
mögliche Verankerungen im Regelschullehrplan sowie
didaktisch-methodische Entscheidung/ Maßnahmen
PDF 55 KB

(z.B. durchgängige Wortschatzförderung, professionelle Kommunikation von Lehrkräften und sprachbegleitende Hilfen). Diese Aspekte werden abschließend konkret für die Fächer des Anfangsunterrichts beispielhaft erläutert und mit konkreten Praxisideen angereichert.

In diesem Kapitel werden ausgewählte Störungsbilder im Bereich Sprache, Sprechen und Kommunikation vorgestellt. Die Sprachentwicklungsstörung (SES) ist die häufigste Entwicklungsstörung im Kindesalter. Die typische Symptomatik einer SES wird anhand von Beispielen entsprechend der vier Spachebenen veranschaulicht. Weiterhin werden die Redeflussstörungen Stottern und das weniger bekannte Poltern vorgestellt. Neben der Symptomatik und allgemeinen Hinweisen für die Beschulung von stotternden Kindern und Jugendlichen sind zudem kostenlose Informationsmaterialien der Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V. (BVSS) verlinkt. Auch für das Poltern werden Hinweise für die Beschulung sowie die Aufklärung der LK und Mitschüler dargelegt. Anschließend gibt das Kapitel einen kurzen Einblick in das Störungsbild des selektiven Mutismus und beinhaltet Literaturempfehlungen für Kinderbücher zu dieser Thematik. Zuletzt werden die Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) sowie Hörbeeinträchtigungen behandelt. Neben methodisch-didaktischen Hinweisen für den Unterricht sowie Hinweisen für die Gestaltung einer sprachförderlichen Hörumgebung sind dort auch ein Anamnesebogen der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie sowie Materialien für die Beratung verlinkt.

Kooperatives Handeln stellt sowohl eine zentrale Gelingensbedingung als auch Herausforderung bei der Gestaltung von pädagogischer Praxis dar. Es entstehen – je nach bestehenden sächlichen, persönlichen und strukturellen Rahmenbedingungen – verschiedene Umsetzungsformen und Niveaustufen der Kooperation im pädagogischen Kontext. In diesem Kapitel werden dafür sowohl konkrete Kooperationsmöglichkeiten aufgezeigt, als auch auf Besonderheiten mit den einzelnen Akteur:innen (DaZ-Lehrkräften, Erzieher:innen, Sprachtherapeut:innen und Eltern), die an der Sprachförderung des Kindes beteiligt sein können, angesprochen.

Hilfen für die Beurteilung der sprachlichen Lernausgangslage: Beobachtungsbögen

Die Beurteilung der sprachlichen Lernausgangslage jeder Schülerin/ jedes Schülers ist gerade zu Beginn des Anfangsunterrichts eine umfangreiche Aufgabe. Durch geschickte Aufgabenstellungen und dokumentierte Beobachtung lässt sich die Aufgabe gut bewältigen.